|
Bruckbrigl - a baierische Fastenspeis
|
| Eine Fastenspeis(e) war in der "guten alten Zeit" bei der Landbevölkerung
ein Essen, daß es am Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag
gab. Fastenspeis hatte nichts mit Fasten oder Fastenzeit zu tun. Die Zeit
war ärmlich, und Fleisch konnte nicht alle Tage auf dem Tisch kommen,
waren doch auf dem Höfen viele Personen zu verköstigen. Diese
mußten mit einfacher aber kräftiger Kost ernährt werden.
Eine dieser Fastenspeisen waren die Bruckbrigl (=Brückenbohlen). Aus
dem Grundrezept entstanden dann Bruckbrigl, Fingernudeln, geschnittene
Nudeln, Bröselschmarn und natürlich Maultaschen. Dazu gab es
(Sauer)Kraut. Nun zu dem Rezept. Es handelt sich um ca.-Angaben, abgeleitet
aus Erfahrungswerten der Hausfrauen. Die Rezeptur gelingt immer und ist
ein schnelles Essen, daß besonders auch bei Kindern gut ankommt.
750 g erkaltete, mehlige Speisekartoffeln (vielleicht gab es vorgestern
Pellkartoffeln) werden gerieben. Mit einem Ei, einen Teelöffel Salz,
einem Eßlöffel Sauerrahm und so viel Mehl wie der Teig annimmt
(60-120g) wird dieser bereitet, der dann mit etwas Mehl zu gut fingerdicken
Würsten beliebiger Läge ausgeformt wird. Mit Schweineschmalz
(Biskin) goldgelb in der Pfanne gebraten und fertig is d´Fastenspeis.
Wir essen die Bruckbrigl mit Sauerrahm, so ähnlich, wie Pommes mit
Ketchup. Mit Sauerkraut ist das Ganze weniger Fett und etwas vollwertiger.
Formt man die Würste nur fingerlang so bekommt man Fingernudeln. Walkt
man eine dickere Wurst, schneidet davon Scheiben ab und brät diese
so ergeben sich geschnittene Nudeln. -Viel Glück beim Nachkochen und
einen guten Appetit bei einem däftigen Schmaus. - Und wie gesagt es
gelingt immer!
|