Fahrt zu  nach Treviglio
in der Po-Ebene

Bilder anklicken zum vergrößern!  

Anfang März besuchte die Firma Kulzer aus Eitenzell, gelegen im südlichen Landkreis Cham, mit einer Gruppe Landwirte die Frima SAME in der Po-ebene. 

Der Ingenieur Cassani gründete im Jahre 1927 die heutige SAME-DEUTZ-FAHR-GROUP. Bahnbrechende Entwicklungen auf dem Sektor des Allradantriebes machten Same bekannt. Seine erfolgreiche Geschäftspolitik ermöglichte es Same die Marken Lamborghini, Hürlimann, und zuletzt DEUTZ-FAHR zu erwerben. Neben 1500 Raupenschlepper bis 90 PS laufen ca. 13500 Schlepper für europäische Ansprüche und auch sehr einfache Maschinen mit zum Teil ohne Allrad und ohne Überrollbügel (!) vom Band. Unter den Schleppern fand sich auch ein Row-Crop Schlepper mit gleich hohen Rädern.

Die ganze Technik der Schlepper entwickelt SAME im eigenen Haus. Fremdfirmen liefern z.B. Gußteile, die Bearbeitung erfolgt bei SAME mit modernen computergesteuerten und mit Robotern beschickten Werkzeugmaschinen. KFZ-Elektrik und Hydraulikkomponenten stammen von führenden Firmen auf diesem Sektor. Wegen der geringen Stückzahlen bei den Großtraktoren kauft man in diesem Segment Achs- und Getriebekomonenten zu.

Durch die Produktionstiefe gehört ein Werksbesuch bei SAME zu den besonders interessanten. Neben der Kompetenz der Führung beeindrukte die Offenheit. Jeder konnte alles fragen, fotografiern(!!) und sich ungehindert in den Fabrikhallen und an den Bändern bewegen. Auffallend zeigte sich die Flexibilität der Produktion von 26 bis 260 PS -Schleppern mit den unterschiedlichsten Getriebevarianten, Fahrzeugtypen  und Ausstattungen.

Andere Schlepperfirmen verwenden fertig montierte Komponenten wie Achsen, Motoren und auch Getriebe und begründen dies mit wirtschaftlichen Zwängen. SAME entwickelt alles selbst und kann noch andere Firmen aufkaufen!

Ein Besuch im Werksmuseum rundete den Aufenthalt in Treviglio ab. Neben Fahr und Deutz Traktoren zeigte es auch die Anfänge von Hürlimann, Same und Lamborghini. 

Industrie, Kultur und Landwirtschaft liegen in der Po-Ebene nahe beieinander.

Die Stadt Bergamo, der kulturelle Höhepunkt der Reise, besteht aus einer wenige hundert Jahre alten „Neustadt“ und einer befestigunsähnlichen, nur durch Schrägaufzug zu erreichenden Altstadt.  Neben dem südlichen Ambiente beeindruckte die gotische Kirche mit Gobelin-Wandbehängen und außerordentlich plastischen Holz-Mosaiken.

Den landwirtschaftlichen Höhepunkt bildete die Besichtigung der Wasserbüffelfarm der Familie Masari. Auf 200 ha baut man hauptsächlich Mais, Gras umd Luzerne an. Die Stärke und die Anzahl der Schlepper, ein 260 PS Schlepper, zwei ca. 180 PS Schleppern, zwei ca. 100 PS Traktoren und ein CAT-Radlader lassen auf hohe Schlagkraft oder hohe Wirtschaftlichkeit des Betriebes schließen. Außer einen selbstfahrenden Futtermischwagen, Ladewagen und Hänger konnte aber sonst keine weitere Landtechnik besichtigt werden. Offensichtlich wird auch in Italien überbetrieblich z.B. der Silomais gehäckselt.

Ca. 1000 Wasserbüffel aller Altersstufen gehören zum Betrieb. Diese Tiere lassen sich unter den klimatischen Bedingungen, wie sie in der Heimat von Don Camillo und Peppone herrschen, in einfachen Stallungen, bestehend aus einem überdachten Futtertisch und großen Standflächen, mit Faltschieberreinigung, halten.

In einem 10er-Fischgrät-Melkstand melken ein Familienmitglied und ein Mitarbeiter 300 Wasserbüffel-Kühe. Eine Diskussion um die Milchleistung blieb ergebnislos, da die italienischen Leistungsangaben in Liter proTag und unsere Maßeinheit in kg/Jahr nicht so einfach zu vergleichen sind. Die Milch die unterliegt nicht der EU-Milchkontingentierung und wegen seines Fettgehaltes von ca. 10 % erlösen die Masaris um die 2 DM proLiter.

Als Futtergrundlage dient Maissilage die die Fahrtteilnehmer ausserordentlich gut beurteilten. Die mit-silierten Reste der Tomaten und Obstverarbeitung verwerten die genügsamen Tiere gut und verbessern den Geschmack des Futters.

Durch die Schwerfälligkeit an Land erdrücken Wasserbüffel leicht die Kälber. Nach einer Verabreichung der Kolestralmilch ziehen darum Schwarzbunte Kühe die Büffelkälber als Amme auf.

Leider konnten wegen der späten Tageszeit und des schlechten Wetters keine brauchbaren Fotos gemacht werden.
 

Ankunft der Reisegruppe bei Regen im 
Bergamo. Im Hintergund die malerischen
Häuser und die mediterane Vegetation
Traktoren warten auf die Auslieferung
Getriebeblöcke nach der Bearbeitung
Moderne Bearbeitungsroboter mit sehr
unterschiedlichen Werkzeugen sind
flexibel einsetzbar
Fahrtteilnehmer begutachten das 
Getriebe und die Hinterachse
Durch die flexible Fertigung laufen in
diesem Bild ein Agroplus und ein Same
Plantagenschlepper vom Band
Unterschiedliche Kabinen warten auf die
Montage
Ein Deutz-Fahr DX mit einer Samekabine.
Es wäre interessant, was unter der Haube
ausprobiert wird
Der Firmengründer Cassani baute den
ersten Dieselschlepper
Die Altstadt von Bergamo mit der Plazza

HomePage -SAME